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Die BABYDIAB-Studie

Die BABYDIAB-Studie startete 1989 und hatte das Ziel, die Entstehung des Typ 1 Diabetes und der ihm vorausgehenden Autoimmunität zu erforschen. Dabei sollte der Einfluss von genetischen sowie von Umweltfaktoren untersucht werden, um Grundlagen für neue Behandlungs­möglichkeiten zu liefern. Die Rekrutierung ist abgeschlossen, erste Ergebnisse liegen vor.

Wer wurde in der BABYDIAB-Studie untersucht?
Wie hoch ist das Risiko Inselautoantikörper bzw. einen Typ 1 Diabetes zu entwickeln?
Wer ist besonders gefährdet Autoantikörper zu entwickeln?
Hat die Autoimmunität der Mutter Einfluss auf die Entwicklung von Typ 1 Diabetes

beim Kind?
Wie belastend empfanden die Eltern die Autoantikörpertests?
Spielen neben genetischen Faktoren auch Umwelteinflüsse bei der Entstehung eines Typ 1 Diabetes eine Rolle?
Gibt es neue Studien, die eine Teilnahme anbieten?
Nähere Informationen

Wer wurde in der BABYDIAB-Studie untersucht?
Insgesamt wurden 1610 Kinder von Müttern und/oder Vätern mit Diabetes mellitus Typ 1 ein­geschlossen und von Geburt an bis zum Alter von 14 Jahren nachuntersucht.

Wie hoch ist das Risiko Inselautoantikörper bzw. einen Typ 1 Diabetes zu entwickeln? Von den 1610 Kindern wurden bei 85 Kindern in mehreren aufeinander folgenden Blut­proben Inselautoantikörper festgestellt. 51 der 85 Kinder entwickelten nicht nur einen, sondern mehrere verschiedene Insel­auto­antikörper. Bei 24 Kindern wurde vor dem 10. Lebensjahr ein Typ 1 Diabetes festgestellt. All diese Kinder wiesen vor der Manifestation des Diabetes Inselautoantikörper auf, meist bereits innerhalb der ersten beiden Lebensjahre. . .

Zudem stellten wir fest: je früher die Autoantikörper auftreten, desto schneller ent­wickelt das Kind einen Typ 1 Diabetes. Sind schon im ersten Lebensjahr mehrere Insel­autoantikörper vorhanden, besteht ein Risiko von 50%, dass innerhalb von 2 Jahren ein Diabetes entsteht. Dagegen haben Kinder, die erst im Alter von 5 Jahren Inselauto­antikörper entwickeln, ein deutlich geringeres Risiko vor dem 10. Lebensjahr an einem Diabetes mellitus Typ 1 zu erkranken.

Daraus kann man folgendes Fazit ziehen:

  • Die allgemeine Antikörperuntersuchung zur Vorhersage eines Kindheitsdiabetes sollte vor dem 2. Lebensjahr erfolgen.
  • Wenn Inselautoimmunität und Diabetes verhindert werden sollen, müsste eine Interventionsbehandlung bereits vor dem 2. Lebensjahr beginnen.

Wer ist besonders gefährdet Autoantikörper zu entwickeln?

Schon bei Geburt lassen sich Vererbungsmerkmale im Blut bestimmen, die es erlauben, das Diabetesrisiko näher festzulegen. Dazu gehört vor allem der so genannte HLA-Genotyp. 
Kinder, die bestimmte HLA-Genotyen aufweisen und einen erstgradig Verwandten mit Typ 1 Diabetes haben, haben ein Risiko 10-20% (je nach Genotyp) bis zum Alter von 5 Jahren Inselautoantikörper zu entwickeln.

Hat die Autoimmunität der Mutter Einfluss auf die Entwicklung von Typ 1 Diabetes beim Kind?
Kinder von Typ 1 Diabetikerinnen weisen im ersten Lebensjahr oft Inselautoantikörper auf, die von der Mutter übertragen wurden. Diese verschwinden meist im Laufe des ersten Lebensjahres wieder.  
Interessanterweise wurde gezeigt, dass die Übertragung mancher mütter­licher Antikörper auf das Neugeborene positive Auswirkung hat und das Diabetes­risiko der Kinder re­duziert. So haben Kinder von p 1 Diabetikerinnen, die einen solchen "Diabetesanti­körper-Nest­schutz" mit bekommen, ein
5-fach geringeres Risiko, Inselautoimmunität und Typ 1 Diabetes zu entwickeln als Neuge­borene ohne über­tragene Inselautoantikörper.

Wie belastend empfanden die Eltern die Autoantikörpertests?
Eltern der Studienkinder wurden zu ihrer psychischen Verfassung bezüglich der Antikörper­messung beim Kind befragt. Über 90% der Eltern wollten über das Diabetes-Risiko ihrer Kinder informiert werden und waren froh, an der Untersuchung teil­ge­nommen zu haben.
  Nur in den seltenen Fällen, in denen ein Kind Inselautoantikörper entwickelte, stieg die Sorge der Eltern er­wartungs­gemäß an. Bei den meisten Eltern wurde dagegen durch den Test Angst ab­gebaut.

Spielen neben genetischen Faktoren auch Umwelteinflüsse bei der Entstehung eines Typ 1 Diabetes eine Rolle?
Neben genetischen Faktoren werden Umwelteinflüsse für die Entstehung des Typ 1 Diabetes ver­antwortlich gemacht. In der BABYDIAB-Studie wurden die Eltern zum Stillverhalten und zur Gabe von Beikost be­fragt.  Kinder von Typ 1 Diabetikerinnen wurden deutlich seltener gestillt, als Kinder von Vätern mit Typ 1 Diabetes. Zusammenfassend konnte dabei gezeigt werden, dass Kinder von Typ 1 Diabetikerinnen durch eine lange Stilldauer nicht vor einer Inselautoimmunität geschützt wurden.  

Allerdings zeigten Kinder, die vor dem 4. Lebensmonat getreidehaltige Beikost erhielten, in der BABYDIAB­-Studie ein 5-fach erhöhtes Risiko, Inselautoantikörper zu entwickeln.

Fazit: Wir raten die Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung ein­zu­halten, also 4 - 6 Monate zu stillen und glutenhaltige Getreide-Beikost nicht vor dem 7. Lebens­monat zu geben. Eine längere Stilldauer zeigte keinen schützenden Effekt auf die Ent­stehung einer Inselautoimmunität.

Gibt es neue Studien, die eine Teilnahme anbieten?

  • Für neugeborene Kinder: Eine Insel-Entzündung, die Entwicklung einer Autoimmunität und eines Typ 1 Diabetes soll durch eine veränderte Getreideauswahl während des ersten Lebensjahres verhindert werden. Dazu wird am Institut für Diabetesforschung in München die BABYDIÄT-Studie durchgeführt, in die Kinder bis zum 3. Lebensmonat eingeschlossen werden, wenn sie Hochrisiko-Vererbungsmerkmale aufweisen und mindestens einen erstgradig Verwandten haben, der an Typ 1 Diabetes erkrankt ist.
  • Die TEDDY Studie, bei der auch Neugeborene teilnehmen können, die keinen erstgradig Verwandten mit Typ 1 Diabetes haben, die aber ebenfalls ein erhöhtes genetisches Risiko für Typ 1 Diabetes aufweisen.
  • Studien für Kinder mit positiven Inselautoantikörpern sind in Planung: TrialNet, orales Insulin (2005/2006).

Nähere Informationen
Nähere Informationen erhalten Sie gerne beim Institut für Diabetesforschung, Abteilung Prof. Ziegler, Kölner Platz 1, 80804 München von Herrn Dr. Michael Hummel oder Frau Annette Knopff unter

Tel.: 089-30793114, Fax: 089-3081733, Email: Baby.Diab@lrz.uni-muenchen.de

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